service

Gesundheitspunkt Oberägeri

Stützpunkt für integrierte und koordinierte Grundversorgung


Problemstellung

Die Qualität der medizinischen Versorgung älterer Menschen und die Zukunft der­ schweizerischen Grundversorgung sind eng miteinander verbunden. Die überwiegende Mehrheit der multiproblematischen älteren Patienten wird in der Grundversorgung betreut und dies wird auch auf absehbare Zeit so bleiben.

Aber unsere Grundversorgung ist in der Krise: Zum einen droht wegen Erreichen des Pensionsalters eines grossen Teils der aktiven Hausärzte ein Ärztemangel (26% aller Hausärzte im Kt. Zug erreichen in den nächsten 5 Jahren das Pensionsalter) und zum anderen sind viele davon mit ihrer Situation unzufrieden und ausgebrannt. Der Burnout ist mit ziemlicher Sicherheit mit ihrer immer­ älter und kränker werdenden Praxispopulation verbunden,­ welche die Arbeit der Grundversorger komplizierter und zeitaufwendiger gemacht hat. Die Grundversorgung wird auch als Hamsterrad beschrieben, das immer schneller und schneller­ dreht, nur um mit den ständig wachsenden Zusatzaufgaben Schritt zu halten.

Auch verliert die Hausarztmedizin in der Schweiz zunehmend an Steuerungseinfluss über die Behandlungspfade der Patienten. Von den weiteren Akteuren im Gesundheitswesen hat jedoch niemand einen Grundauftrag oder Interesse, eine solche Steuerung über die eigenen Behandlungsschritte hinaus, an die Hand zu nehmen. Der Bundesrat seinerseits fordert von den Leistungserbringern integrierte Zusammenarbeit und damit integrierte Versorgung.  Eine solche ist ohne enge Koordination der verschiedenen Akteure aber unrealistisch.

Abhilfe

Unser Projekt «Gesundheitspunkt Oberägeri» versucht hier gezielt Abhilfe zu schaffen: eine patientenorientierte Begleitung und Koordination soll die Vernetzung und die richtigen Behandlungsschritte im richtigen Moment sicherstellen.

Es stellt einen Ansatz zur Verfügung, bei dem jede Person einen Arzt für die Primärversorgung hat, der ein Team von Fachleuten leitet - vielleicht einschliesslich einer Pflegefachfrau, einer Ernährungsberaterin, eines Sozialarbeiters, eines Psychologen und eines Apothekers, um möglichst rund um die Uhr Zugang zu medizinischer Versorgung zu gewährleisten.

Unsere Art von Versorgung ist anders als Managed Care, wo die Hausärzte als Torwächter zu den Spezialisten fungieren und das übergeordnete Ziel nicht das Management der Versorgung des Patienten, sondern das Kostenmanagement ist. In unserem Projekt hilft der Hausarzt den Patienten, wenn sie einen Spezialisten benötigen und verfolgt anhand elektronischer Aufzeichnungen sorgfältig die Behandlungen und informiert seinerseits die Spezialisten über den Fortschritt der Patienten. Die Kommunikation zwischen unseren und externen Fachleuten, welche an einem spezifischen Fall arbeiten, ist nahtlos und bequem. Ärzte und Patienten haben leichten Zugang zu medizinischen Informationen. Patienten mit chronischen Krankheiten werden regelmässig angerufen, um zu sehen, wie es ihnen geht und um die gemeinsam ausgehandelten Behandlungspläne in Erinnerung zu rufen und zu verbessern.

So wird jeder Patient und seine Betreuer als Mitglied unseres Teams wahrgenommen und als Experte für seine ganz persönliche Situation geschätzt.


Dr. med. Emil Schalch

Ähnliche Beiträge

Abonnieren Sie unseren Newsletter